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Mietpreisbremse – Bremse von Investitionen in Bestandsimmobilien

Mit dem Ende des ersten Halbjahres 2015 ist die als Mietpreisbremse bekannte Mietrechtsänderung in Kraft getreten. Doch was bedeutet diese Änderung konkret?

Die Mietpreisbremse und ihre Umsetzung

Die Mietpreisbremse sieht vor, dass Mieten in Gemeinden mit angespannten Wohnungsmärkten bei Wiedervermietungen maximal zehn Prozent über die ortsübliche Vergleichsmiete hinausgehen dürfen. Konkret bedeutet diese Änderung, dass sämtliche Bundesländer per Rechtsverordnung Gebiete mit sehr angespannten Wohnungsmärkten ausweisen können, in denen die Mietpreisbremse für einen Zeitraum von fünf Jahren gelten soll.

Kritik an der Mietpreisbremse

Da es nicht in allen Städten Mietspiegel gibt, kommt auf Vermieter und Verwalter ein erheblicher Mehraufwand zu. So ist es für Vermieter ein schwieriges Unterfangen zu ermitteln, wie viel Miete sie nun verlangen dürfen. Viele Experten in der Immobilienwirtschaft klagen bereits darüber, dass hier klare Bezugsgrößen fehlen. So stellt der IVD fest, dass die Vermieter rechtlich gesehen im Unklaren gelassen werden.

Auch bei Mieterhöhungen nach sogenannten Zwischenmodern-isierungen sorgt das neue Gesetz für Unklarheiten, da neben Neubauten auch Erstvermietungen von Wohnungen nach einer umfassenden Modernisierung von der Mietpreisbremse ausgenommen sind. Was als umfassend gilt, ist jedoch im Gesetzentwurf nicht genau festgelegt.

Investitionskosten als Richtwert

Als grober Richtwert für eine umfassende Modernisierung gilt nach Angaben des IVD: Wenn die Investitionskosten etwa ein Drittel eines vergleichbaren Neubaus umfassen und die Baumaßnahmen die Struktur des Gebäudes betreffen, gelten sie als umfassende Modernisierung. Viele Sanierungen erfüllen diese Vorgaben jedoch nicht – für sie gilt die Mietpreisbremse uneingeschränkt.

Mietpreisbremse – Bremse von Investitionen?

Es muss daher kritisch hinterfragt werden, ob die Mietpreisbremse das Problem knappen und folglich teuren Wohnraums nicht noch verschärfen wird, da sie stark zu Lasten von Investitionen in den Wohnungsbestand gehen wird.

Quelle: Immobilienscout24, IVD, Focus online

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